Sitzprobleme

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Radeinstellung:

Mit Ausnahme der Perioden, in denen man auf den Pedalen steht, trägt der Sattel den Grossteil des Gewichtes des Radlers, mit der Konsequenz, dass Sitzprobleme relativ häufig auftreten. Mehrere Nachforschungen und Umfragen weisen nach, dass die Mehrheit der Radler schon mal mit Sitzproblemen konfrontiert wurde. Dabei fällt auf, dass Frauen in der Regel öfter von Sattelschmerzen gequält werden als Männer.

Hauptgründe für Sattelschmerzen sind zu wenig Übung vom Radler und der Gebrauch von schlechter Kleidung. Die Angewöhnung an einen spezifischen Sitz auf dem Sattel kann einige Zeit in Anspruch nehmen. Der Gebrauch einer Rennhose ist für längere Dauerfahrten ein Muss um Beschwerden vorzubeugen.

Der Sattel muss passen. Das ist einfacher gesagt als es sich in der Praxis herausstellt, weil es keine hundertprozentigen Methoden gibt um einen Sattel auszumessen. Die Breite des Sattels wird in erster Instanz bestimmt durch die breite des Beckens, oder besser gesagt durch den Anstand zwischen den Sitzknochen. Frauen haben im allgemeinen ein breiteres und anders geformtes Becken als Männer. Bei der Wahl der Sattelbreite und der Sattelform muss man das in Betracht ziehen.
Die Breite des Sattels wird mitbestimmt durch die Haltung des Oberkörpers: ist der Sitz aufrechter, dann bietet ein breiterer Sattel mehr Komfort und anders herum wenn der Körper mehr nach vorne geneigt ist, dann ist ein schmaler Sattel angenehmer. In der Praxis findet man einen passenden und komfortabelen Sattel durch testen und spüren.
Wenn der Sattel nicht horizontal steht kann das zu Sitz- wie auch Rückenbeschwerden führen. Wenn der Sattel zu hoch steht kantet sich das Becken beim Radeln und das kann zu übermäßiger Reibung auf dem Sattel führen und zu Reizung der Haut.

Wenn die Sitzhaltung zu gerade ist, dann steigert sich der Druck auf dem Sattel verhältnismäßig. Ein etwas längerer Sitz kann eine Lösung bieten, da Arme und Hände dann einen Teil des Oberkörpergewichtes übernehmen.

Physische Ursachen:

Der Druck auf den Sattel und Wärme- und Schweißaufkommen können allerhand ärgerliche Beschwerden verursachen. Außer obenstehenden Hinweisen ist zu empfehlen die Haut mit einer Spezialcreme oder (antiseptischem) Pulver zu schützen und um die Hygiene beizubehalten.

Männer mit Prostatabeschwerden werden auch des öfteren Probleme mit Sattelschmerzen haben und das oft zusammen mit milden Schmerzen im Unterrücken. Einen Besuch an den Hausarzt ist in diesen Fällen absolut empfehlenswert.

Die Radfahrer bei denen sich das Becken als Folge der nach vorne geneigten Position des Oberkörpers nach vorne kantet, haben oft Probleme der Gefühllosigkeit im Bereich der Genitalien. Eine Lösung findet man darin, dass man die Sattelspitze etwas nach unten geneigt einstellt, das Lenkrad etwas höher montiert und mittels Übung der Bauchmuskulatur.